Taubenbehausungen: weitere Informationen

Die effizienteste Art, um das Taubenproblem in den Griff zu bekommen, wären betreute Taubenbehausungen (Taubenschläge, Taubentürme, Taubenhäuser, Behausungen unter Brücken, U-Bahnen, Parkdecks usw.), wie sie in zahlreichen deutschen Städten bereits erfolgreich eingeführt wurden.

Dort werden die Tauben nicht nur gefüttert und bisherige Brutplätze nach Verlassen geschlossen, sondern auch die gelegten Eier mit Ei-Attrappen getauscht, was über kurz oder lang eine Reduzierung der Population zur Folge hat.

In diesen betreuten Taubenbehausungen verbringen die Tauben bis zu 80 % des Tages. So sind sie (und damit auch der Kot) zum Großteil weg von der Straße, und teure Vergrämungsmaßnahmen/Reinigungsarbeiten würden sich ganz erheblich reduzieren. 

Arten von Taubenbehausungen und Kostenbeispiele

Taubenschlag in Innenraum (z.B. Dachboden)
Größe: ca. 56 m², Anzahl Brutplätze: 200
Ausbaukosten: ca. 1.200 €
Ausstattungskosten: ca. 200 €
Futterkosten: ca. 180 €/Monat
Personalkosten: ca. 450 €/Monat (Mini-Job)
Tierarztkosten: ca. 200 €/Monat

Fütterung in einem Taubenschlag unter dem Dach einer Kirche (Stuttgart)

Taubenschlag auf Außenfläche (z.B. Container, umgebaute Wohnwägen)
Größe: ca. 30 m², Anzahl Brutplätze: 170
Baukosten: ca. 10.000 €
Ausstattungskosten: ca. 500 €
Futterkosten: ca. 300 €/Monat
Personalkosten: ca. 60 €/Monat (Ehrenamtspauschale)
Tierarztkosten: ca. 200 €/Monat

Taubenschläge und Volieren können aber auch auf Dächern, Terrassen, oder ungenutzen städtischen Flächen im Außenbereich entstehen.

Taubenturm
Aktuelle Baukosten für ein Modell mit
Außentreppe:
ca. 40.000 €
Modell mit Innentreppe: ca. 50.000 €
Zzgl. Ausstattungs- und laufenden Kosten.

Damit die Einrichtung einer Taubenbehausung zuverlässig funktioniert, sind einige Punkte zu beachten:

• Eine möglichst stadtweite Abdeckung mit betreuten Behausungen an den Taubenbrennpunkten.
• Forcierte Standortsuche durch die Stadt/ Gemeinde und weitere Beteiligte.
Zuverlässige Betreuung der Behausungen durch kompetentes und bezahltes Personal (die Mithilfe von engagierten Ehrenamtlichen ist wünschenswert).
• Systematische Erfassung und Dokumentation des Eiertausches über das ganze Jahr sowie Schätzung der entsorgten Taubenkotmenge pro Behausung und Jahr.
• Standorte für betreute Behausungen sollten für die Betreuer möglichst leicht zugänglich sein und einen Wasser- und Stromanschluss haben.
• Zuverlässiger Futterlieferant und Entsorgungsfirma.
• Unter Umständen muss die Behausung zusätzlich vor Vandalismus geschützt werden.
• Die Behausungsgröße muss die gesamte Population eines Brennpunktes aufnehmen können sowie eine Zusatzkapazität für evtl. nachträglich hinzukommende Tauben aufweisen.
Wilde Brutplätze in Behausungsnähe sind, wenn irgend möglich, zu schließen bzw. fach- und tierschutzgerecht zu vergrämen.
• Die Behausungen sollten über einen Schließmechanismus (z. B. eine Klappe) von außen geschlossen werden können, um die Tauben bei Bedarf am Verlassen der Behausung zu hindern.

Ausführliche Informationen zu Vor- und Nachteilen der verschiedenen Behausungstypen, sowie zu deren Aufbau finden Sie in diesen PDFs zum Download:

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